Redrice Framework · 0.6.2

Eine gemeinsame Grundlage für Produkte, Design und Entwicklung.

Das Redrice Framework beschreibt, wie aus realen Arbeitsabläufen verständliche, wartbare und verlässliche Software entsteht. Das Design System ist ein Teil davon – ergänzt um UX, Engineering, Qualität, Dokumentation und Produktlebenszyklus.

01 · Foundation

Software beginnt mit einem nachvollziehbaren Maßstab.

Jede Entscheidung wird daran gemessen, ob sie einen realen Arbeitsablauf verständlicher, zuverlässiger oder einfacher macht.

01

Usability First

Der nächste sinnvolle Schritt ist sichtbar. Die Oberfläche erklärt sich aus dem Arbeitsablauf.

02

Arbeitsabläufe statt Features

Eine Funktion ist nur dann wertvoll, wenn sie eine konkrete Aufgabe verbessert.

03

Ruhe statt Aufmerksamkeit

Keine Gimmicks, keine unnötigen Unterbrechungen und keine dekorative Komplexität.

04

Qualität als Standard

Qualitätsanforderungen sind sichtbar, konfigurierbar und nachvollziehbar.

05

Wartbarkeit

Produkte werden für Weiterentwicklung, Betrieb und Übergabe gebaut – nicht nur für den ersten Release.

06

Vertrauen statt Marketing

Wir beschreiben konkret, was ein Produkt leistet, wie es arbeitet und wo seine Grenzen liegen.

02 · Design System

Eine visuelle Sprache für Website, Plugins und Software.

Tokens und Komponenten reduzieren Einzelentscheidungen und sorgen dafür, dass Redrice-Produkte als Familie erkennbar bleiben.

Redrice Red#A62E35
Ink#17212B
Warm White#FBFAF8
Mist#EEF1F3
Success#2F6B50
Warning#A46A1F

Komponenten

Wenige Varianten, klare Bedeutung.

03 · UX Standards

Die Oberfläche folgt dem Arbeitsablauf.

Progressive Komplexität

Die häufigste Aufgabe steht im Vordergrund. Erweiterte Optionen erscheinen erst, wenn sie gebraucht werden.

  • Wesentliches zuerst
  • Erklärungen in unmittelbarer Nähe
  • Keine Optionen ohne klaren Nutzen

Handlungsorientierte Rückmeldung

Statusmeldungen beschreiben nicht nur einen Zustand, sondern den nächsten sinnvollen Schritt.

  • Was ist passiert?
  • Was bedeutet das?
  • Was kann der Nutzer tun?

Keine überraschenden Eingriffe

Automatische Änderungen benötigen Vorschau, Freigabe, Erfolgsmeldung und Änderungsprotokoll.

Zugänglichkeit

Kontraste, Fokuszustände, Tastaturbedienung und verständliche Bezeichnungen gehören zur Grundqualität.

04 · Engineering

Technische Entscheidungen müssen auch morgen noch tragen.

Engineering umfasst Architektur, Sicherheit, Erweiterbarkeit, Tests, Releases und einen nachvollziehbaren Betrieb.

API First

Wichtige Funktionen werden so gebaut, dass sie automatisiert und integriert werden können.

Klare Grenzen

Module, Datenflüsse und Verantwortlichkeiten bleiben verständlich und testbar.

Sichere Standards

Eingaben validieren, Ausgaben escapen, Berechtigungen prüfen und sensible Daten minimieren.

Beobachtbarer Betrieb

Logs, Diagnostik und verständliche Fehlermeldungen sind Bestandteil des Produkts.

Rückwärtskompatibilität

Updates respektieren bestehende Daten, Einstellungen und Arbeitsabläufe.

Kleine Releases

Überschaubare Änderungen lassen sich besser prüfen, ausrollen und bei Bedarf zurücknehmen.

05 · Quality Standards

Qualität ist kein abschließender Check.

Qualitätsstandards begleiten ein Produkt von der Anforderung bis zum Betrieb und werden an den jeweiligen Anwendungsfall angepasst.

BereichStandardNachweis
FunktionDer zentrale Arbeitsablauf ist vollständig nutzbar.Akzeptanztest
UsabilityDer nächste Schritt ist ohne Zusatzwissen erkennbar.Praxistest
SicherheitEingaben, Rechte und Ausgaben folgen Plattformstandards.Codeprüfung
KompatibilitätUnterstützte Umgebungen und Abhängigkeiten sind geprüft.Testmatrix
DokumentationInstallation, Konfiguration und Fehlerbehebung sind beschrieben.Release-Check
BetriebFehler sind erkennbar, nachvollziehbar und behandelbar.Diagnostik

06 · Dokumentation

Ein Produkt ist erst fertig, wenn es verständlich ist.

01

Einführung

Welches Problem löst das Produkt und für wen?

02

Erste Schritte

Der kürzeste Weg vom Installieren zum ersten sinnvollen Ergebnis.

03

Konfiguration

Optionen werden nach Arbeitsabläufen statt nach interner Technik erklärt.

04

Praxis

Konkrete Beispiele zeigen typische Entscheidungen und Ergebnisse.

05

Fehlerbehebung

Symptom, Ursache, Prüfung und Lösung werden klar getrennt.

06

Änderungen

Releases beschreiben Auswirkungen und notwendige Schritte.

07 · Product Lifecycle

Von der Beobachtung zum verlässlichen Produkt.

Redrice-Produkte beginnen nicht mit einer Featureliste, sondern mit einem konkreten Arbeitsablauf und einem überprüfbaren Ergebnis.

01

Beobachten

Den bestehenden Ablauf, Aufwand und Fehlerquellen verstehen.

02

Eingrenzen

Das kleinste wertvolle Ergebnis und klare Grenzen definieren.

03

Prototyp

Den Kernablauf früh nutzbar und überprüfbar machen.

04

Validieren

Mit echten Daten und realen Nutzern prüfen.

05

Härten

Sicherheit, Qualität, Dokumentation und Betrieb vervollständigen.

06

Veröffentlichen

Kontrolliert ausrollen, beobachten und verständlich kommunizieren.

07

Weiterentwickeln

Erfahrungen aus dem Einsatz in gezielte Verbesserungen übersetzen.

08 · Projektstart

Jedes Produkt beginnt mit einem klaren Arbeitsauftrag.

Bevor Architektur, Oberfläche oder Technologie entschieden werden, wird der reale Ablauf beschrieben. Diese Vorlage ist der verbindliche Startpunkt für neue Redrice-Projekte.

01

Ausgangslage

Was passiert heute? Wer ist beteiligt? Welche Systeme, Daten und manuellen Schritte gehören dazu?

02

Reibung

Wo entstehen Fehler, Wartezeiten, Doppelarbeit oder Unsicherheit?

03

Zielzustand

Was soll nach der Umsetzung einfacher, schneller oder verlässlicher sein?

04

Erster nutzbarer Schritt

Welche kleinste Lösung liefert bereits einen echten Nutzen und kann im Alltag getestet werden?

05

Qualitätsmaßstab

Woran erkennen Nutzer und Entwickler, dass die Lösung tatsächlich funktioniert?

06

Grenzen

Was gehört bewusst noch nicht zum ersten Umfang? Welche Annahmen müssen später geprüft werden?

Projektvorlage

Ein Satz, der das Projekt trägt

Für [Nutzergruppe], die [Aufgabe] erledigt, entwickeln wir [Werkzeug], damit [messbares Ergebnis] erreicht wird.

09 · Quality Gates

Qualität wird geprüft, bevor ein Produkt weiterzieht.

Jede Phase besitzt ein klar definiertes Tor. Ein Projekt geht erst weiter, wenn die notwendigen Kriterien erfüllt oder bewusst dokumentiert sind.

Gate 1Konzept

Problem verstanden

  • Nutzer und Aufgabe sind benannt.
  • Der heutige Ablauf ist dokumentiert.
  • Der erste sinnvolle Umfang ist abgegrenzt.
Gate 2Prototyp

Arbeitsablauf nutzbar

  • Der zentrale Ablauf kann vollständig durchlaufen werden.
  • Fehlerfälle und Rückmeldungen sind verständlich.
  • Die Oberfläche wurde im realen Kontext geprüft.
Gate 3Release

Produktionsbereit

  • Sicherheits- und Qualitätsprüfungen sind bestanden.
  • Dokumentation und Changelog sind vollständig.
  • Rollback, Support und Betrieb sind geklärt.
Gate 4Betrieb

Weiterentwicklung begründet

  • Feedback stammt aus tatsächlicher Nutzung.
  • Änderungen lösen ein klar beschriebenes Problem.
  • Erfolg und Nebenwirkungen sind überprüfbar.

10 · Release Standard

Ein Release ist ein überprüfbarer Zustand – keine Dateinummer.

Vor jeder Veröffentlichung wird dieselbe Checkliste angewendet. Sie gilt für WordPress-Plugins, Webanwendungen, APIs und interne Werkzeuge.

Funktion

Qualität

Kommunikation

Betrieb

11 · Entscheidungsprotokoll

Wichtige Entscheidungen bleiben nachvollziehbar.

Architektur, Datenmodell, externe Dienste und bewusste Einschränkungen werden knapp dokumentiert. Das schützt Projekte vor wiederholten Grundsatzdiskussionen und erleichtert spätere Änderungen.

ADR-001

Kontext

Welche konkrete Situation oder Einschränkung macht eine Entscheidung notwendig?

Entscheidung

Gewählte Lösung

Was wird umgesetzt und welche klare Grenze gehört zur Entscheidung?

Alternativen

Bewusste Abwägung

Welche realistischen Möglichkeiten wurden geprüft und warum nicht gewählt?

Folgen

Auswirkungen

Welche Vorteile, Kosten, Risiken und späteren Aufgaben entstehen daraus?

Vorlage

Kurzer Architecture Decision Record

# ADR-XXX: Titel
Status: vorgeschlagen | angenommen | ersetzt
Kontext: ...
Entscheidung: ...
Alternativen: ...
Folgen: ...

12 · Übergabestandard

Ein Produkt bleibt auch ohne seinen ursprünglichen Entwickler verständlich.

Übergabe bedeutet mehr als Quellcode. Betrieb, Zugang, Grenzen, Entscheidungen und die nächsten sinnvollen Schritte müssen an einer Stelle auffindbar sein.

Produkt

  • Zweck und Nutzergruppe
  • Kernabläufe und Grenzen
  • Aktueller Produktstatus

Technik

  • Architektur und Abhängigkeiten
  • Lokale Einrichtung und Deployment
  • Daten, Migrationen und Backups

Betrieb

  • Monitoring und Logs
  • Fehlerbehebung und Wiederanlauf
  • Verantwortlichkeiten und Kontakte

Weiterentwicklung

  • Offene Risiken
  • Bewusste Nicht-Ziele
  • Priorisierte nächste Schritte

13 · Betrieb & Verantwortung

Nach dem Release beginnt die Verantwortung.

Für jedes produktive System werden Eigentümer, Reaktionswege, Datensicherung und technische Beobachtung festgelegt. Ein Produkt ohne geklärten Betrieb gilt nicht als abgeschlossen.

Owner

Wer entscheidet?

Eine benannte Person verantwortet Prioritäten, Risiken und fachliche Entscheidungen.

Health

Woran erkennen wir Probleme?

Logs, Diagnostik und wenige klare Kennzahlen zeigen, ob der Kernablauf funktioniert.

Recovery

Wie stellen wir wieder her?

Backup, Rollback und Wiederanlauf werden vor dem Ernstfall geprüft.

Support

Wie werden Fälle bearbeitet?

Fehlermeldungen enthalten Kontext, Reproduktionsschritte, Auswirkung und nächsten Schritt.

Verbindliche Betriebsnotiz

System:
[Name und Zweck]

Verantwortlich:
[Owner und Vertretung]

Überwachung:
[Logs, Checks, Kennzahlen]

Wiederherstellung:
[Backup und Rollback]

14 · Teststrategie

Getestet wird dort, wo ein Fehler Wirkung hätte.

Redrice trennt schnelle automatische Prüfungen, reale Arbeitsabläufe und gezielte Regressionstests. Nicht jede Funktion benötigt dieselbe Testtiefe – aber jeder kritische Ablauf benötigt einen belastbaren Nachweis.

01

Unit & Logik

Berechnungen, Validierung und klar abgegrenzte Regeln werden automatisiert geprüft.

Nachweis: reproduzierbare Tests
02

Integration

Schnittstellen, Datenbanken, WordPress-Hooks und externe Dienste werden gemeinsam geprüft.

Nachweis: definierte Testumgebung
03

Kernablauf

Der wichtigste Nutzerweg wird mit realistischen Daten vollständig durchlaufen.

Nachweis: Akzeptanzszenario
04

Regression

Behobene Fehler erhalten einen Test oder eine feste Prüfanweisung, damit sie nicht zurückkehren.

Nachweis: verknüpfter Fall
VieleSchnelle Logiktests

Günstig, automatisiert, bei jeder Änderung.

GezieltIntegrationstests

Für Datenflüsse und Plattformgrenzen.

Wenige, wichtigeEnd-to-End-Szenarien

Für geschäftskritische Arbeitsabläufe.

15 · Incident Management

Im Fehlerfall zählt ein klarer Ablauf.

Störungen werden nach Auswirkung priorisiert, stabilisiert und anschließend nachvollziehbar ausgewertet. Das Ziel ist nicht Schuldzuweisung, sondern Wiederherstellung und nachhaltige Verbesserung.

S1

Kritisch

Kernprozess steht, Datenverlust oder Sicherheitsrisiko.

Sofort stabilisieren
S2

Hoch

Wichtiger Ablauf stark eingeschränkt, praktikabler Workaround fehlt.

Priorisiert beheben
S3

Mittel

Teilfunktion betroffen, Arbeit bleibt mit Umweg möglich.

Geplant korrigieren
S4

Niedrig

Kosmetik, Komfort oder Randfall ohne wesentliche Auswirkung.

Bewerten und bündeln
01

Erkennen

Auswirkung, betroffene Nutzer und Zeitpunkt erfassen.

02

Stabilisieren

Schaden begrenzen, Workaround oder Rollback einsetzen.

03

Beheben

Ursache korrigieren und kritischen Ablauf erneut prüfen.

04

Lernen

Auslöser, Erkennung und Prävention knapp dokumentieren.

16 · Versionierung & Änderungen

Versionsnummern beschreiben die Wirkung einer Änderung.

Redrice verwendet eine klare Versionslogik und verständliche Änderungsnotizen. Nutzer müssen erkennen können, ob ein Update korrigiert, erweitert oder bewusst Verhalten verändert.

1.0.1

Patch

Fehlerbehebung oder interne Verbesserung ohne geplante Änderung des bestehenden Arbeitsablaufs.

1.1.0

Minor

Neue, rückwärtskompatible Funktion oder sichtbare Erweiterung des Produkts.

2.0.0

Major

Bewusste inkompatible Änderung, Migration oder grundlegende Neuausrichtung.

Jeder Changelog-Eintrag beantwortet vier Fragen

Was?
Welche Funktion oder welches Verhalten wurde geändert?

Warum?
Welches Problem oder Risiko wird damit adressiert?

Auswirkung?
Was bemerken Nutzer, Betrieb oder Integrationen?

Aktion?
Ist nach dem Update ein Schritt erforderlich?

17 · Beispiele

Ein Framework wird durch Anwendung belastbar.

WooCommerce Plugin

Intra-Community VAT

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WordPress Plugin

Content Proofer

Konfigurierbare Qualitätsstandards, Vorschau, Freigabe und Änderungsverlauf statt automatischer Überraschungen.

UX · Design · Quality
SaaS

Marketplace Document Hub

API-first Architektur für Dokumente und Marktplatzprozesse mit klarer Trennung von Integration und Arbeitsoberfläche.

Engineering · Lifecycle · Docs

Framework 0.6

Entwicklung und Betrieb greifen jetzt ineinander.

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